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Hildegard von Bingen Zitate

Über das Veilchen

Hildegard von Bingen • Physica 1.103

Das Veilchen ist zwischen warm und kalt.
Aber es ist doch mäßig kalt und wächst von der Süße und Reinheit der Luft, wenn sich die Luft nach dem Winter eben erst zu erwärmen beginnt.

Es wirkt gegen die Verdunkelung der Augen.
Nimm also gutes Öl und erwärme es entweder an der Sonne oder am Feuer in einem neuen Topf, und wenn es warm ist, gib Veilchen hinein, damit es davon dick wird. Gieß es in ein gläsernes Gefäß und heb es darin auf. Und reib zur Nacht mit diesem Öl deine Augenlider ein, aber so, dass es die Augen innen nicht berührt, und es wird die Dunkelheit der Augen vertreiben.

Wenn ein Mensch, der feurige Augen hat, mit diesen schlecht sieht und Schmerzen hat, soll er Veilchensaft nehmen und zweimal so viel Rosensaft und von Fenchelsaft ein Drittel (der Menge) an Rosensaft und füge dem ein wenig Wein hinzu. Und wenn er schlafen gehrt, soll er dieses Augenmittel um die Augen streichen und achtgeben, dass es die Augen nicht von innen berührt.

Auch ein Mensch, der Beschwerden an Kopf oder Nieren hat oder irgendwo von der Gicht geplagt wird, soll Veilchensaft durch ein Tuch streichen und hinreichend Bockstalg zufügen sowie halb soviel altes Schmalz. Das soll er zusammen in einer Schüssel schmelzen und so eine Salbe bereiten und sich mit dieser am Kopf oder wo er sonst Beschwerden hat, einreiben, und es wird ihm besser gehen.

Und wenn jemand an seinem Kopf Schmerzen hat oder wen die Krebse verzehren oder wenn jemand an seinem Körper Geschwüre hat, der soll Veilchensaft nehmen, zu einem Drittel dieses Saftes Olivenöl abwiegen und die Menge des Veilchensaftes an Bockstalg abmessen, das alles zusammen in einem neuen Topf zum Kochen bringen und eine Salbe bereiten.
Und wer Kopfschmerzen hat, soll mit dieser Salbe die Stirn quer einreiben, und es wird ihm besser gehen. Aber auch über Stellen wo Krebs oder andere Parasiten den Menschen verzehren, soll man sich damit einreiben, und sie werden eingehen, wenn sie davon gekostet haben. Auch wo der Mensch an sonstigen Geschwüren leidet, soll er sich mit dieser Salbe einreiben, und er wird seine Gesundheit wiedererlangen.

Und wer am Dreitagefieber leidet, soll Veilchen und ein Drittel Wegerich und zweimal so viel Pfefferkraut wie Wegerich nehmen und diese Kräutlein mit Essig und trockenem Salz öfter essen und er wird geheilt werden.

Und wenn jemand durch die schwarze Galle mit Verdruss in seinem Sinn niedergedrückt ist und seine Lunge dadurch geschädigt wird, der soll Veilchen in reinem Wein kochen, sie durch ein Tuch seihen, diesem Wein Honig und Galgant zufügen sowie Süßholz soviel er will, und so einen Lautertrank herstellen und diesen trinken: Er bekämpft die Schwarzgalligkeit und macht ihn fröhlich und heilt seine Lunge.

Achtung – ich übernehme keinerlei Haftung für diese Rezepturen!

Ich freue mich, wenn Dir meine Fotos gefallen;
unter Angabe der Quelle darfst Du sie gerne teilen.

Von holundra

Phytotherapie • Hildegard von Bingen • Alchemie • Kunstgeschichte • Tier & Natur

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