Diptam ist mehr warm als kalt und trocken und er enthält die Kräfte des Feuers und des Steins, weil er dauerhaft wie ein Stein in seinen Kräften ist. Und wie das, was aus dem Feuer kommt, darin Hitze enthält, so ist der Diptam wirksam gegen Krankheiten, in denen er sich selbst durchsetzt.
Ein Mensch nämlich, der am Herzen Beschwerden hat, soll aus Diptam hergestelltes Pulver essen, und die Herzbeschwerden werden gedämpft.
Und wenn infolge einer fetten Veranlagung in einem Menschen ein Stein wächst oder gerade zu wachsen beginnt, soll jener Diptam zerkleinern und dieses Pulver häufig zusammen mit Weizenbrot essen, und es hindert den Stein am Wachsen. Ein Mensch, in dem ein Stein gewachsen ist, soll Diptampulver in mit Honig gemischtem Essig geben und das öfter nüchtern trinken, und der Stein in ihm zerbirst, weil die Wärme des Diptams, vermischt mit der Schärfe des Essigs und der Wärme des Honigs, die Kraft des Steins bricht. …
Achtung – ich übernehme keinerlei Haftung für die Rezepturen!
Foto aufgenommen im Bibelgarten im St. Johanniskloster in Schleswig
Auch der siebte Monat hat durch die glühende Sonne große Kräfte und lässt die Frucht der Erde reifen und austrocknen. Durch sein Unwetter, die teils Trockenheit, teils Regen bringen, ist er reißend.
Ähnlich stark sind auch die Ellenbogen durch die Schultern und die Hände, mit denen der Mensch alles Notwendige zusammenholt. So versteht auch der Mensch durch den Geruchssinn das Wesen eines jeden Dings, indem er unterscheidet und erkennt, was nützlich und unnütz ist. Das, was zur Erhaltung seiner Natur dient, wählt er aus und sammelt in seiner Brust, damit er nach Austrocknen der schlechten Säfte in Gesundheit wächst. Denn die Körpersäfte, durch die er gemäßigt wird, sollen nicht durch einen verdorbenen, zähen Saft der Kraft des Blutes beraubt werden.
Denn der Mensch zieht mit seinem Wissen alles an sich und bringt es unter seine Herrschaft, sodass damit das Gift aus den Körpersäften ausgestoßen wird und sie selbst in der Kraft der Gesundheit bleiben. Und so ordnet er das mit der Unterscheidungskraft kraftvoll, wie auch die Ellbogen durch die Schulterblätter und Hände stark sind. Auch in seinem Geist behält er alles, was zu seiner Gesundheit dient, und so trifft er für alles, was für ihn notwendig ist, Vorsorge, wie alle Früchte, die in diesem Monat reif sind, schon gesammelt werden.
Die Seele aber, die Geisthauch Gottes ist, hat einen reißenden Weg, wie auch die Weisheit auf ihrer reißenden Bahn den Umkreis des Himmels umlaufen hat. Daher beginnt und vollendet der Mensch durch sie in der Kraft der sieben Gaben des Heiligen Geistes mit Hilfe seiner fünf Sinne all seine Werke, wie auch der siebte Monat alle Früchte der Erde vollendet. …
Fotos: Renate Keim Ich freue mich, wenn Dir meine Fotos gefallen – unter Angabe der Quelle darfst Du sie gerne teilen.
Ich hatte überlegt irgendeine Art von Gebetbuch mit auf den Pilgerweg zu nehmen – für die ruhigen Momente in den Kirchen. Dann habe ich „zufällig“ antiquarisch dieses Buch von Walburga Storch OSB gefunden. Auf der ersten Etappe war es schon dabei und schenkte mir einige schöne Momente.
Heute möchte ich Euch das erste Gebet vorstellen. Es stammt aus Scivias 1.4 „Die Klage der Seele“
Schmerzliche Pilgerschaft
Ich irre umher im Schatten des Todes als PILGER im fremden Land; mein Trost ist das Ziel der Wanderschaft.
Gefährtin der Engel sollte ich sein, dein lebendiger Hauch, o Gott, im Lehm. Müßt‘ ich dich nicht erkennen und spüren?
Weh mir, mein Zelt hat nach Norden das Auge des Leibes gerichtet! Gefangen wurde ich dort und – ach! – des Lichtes beraubt und der Freude am Wissen, mein ganzes Gewand ward zerrissen! Aus meinem Erbe vertrieben führte man mich in die Knechtschaft.
Wo bin ich, wie kam ich hierher? Wer tröstet mich in der Gefangenschaft? Wie kann ich diese Ketten zerreißen? Wer schaut wohl nach meinen Wunden, wer salbt sie mit Öl und erbarmt sich?
O Himmel, erhöre mein Rufen, du Erbe bebe vor Trauer mit mir! Ein Fremdling bin ich ohn‘ Trost und Hilfe.
Der sechste Monat ist durch die Hitze trocken, und beim Wachsen der Früchte erhebt er sich mi dem Wind, der den Früchten die Reife bringt und zuweilen übermäßig Regen ausgießt.
Mit ihm werden die Schultern des Menschen bezeichnet, die in ihrer Wärme Trockenheit haben und jede Arbeit unterstützen, jedes Werk durchführen und den gesamten Körper aufrecht halten. Trotzdem suchen sie bisweilen statt ihrer Arbeit Ruhe, wie ein Vogel vor Müdigkeit seine Flügel sinken lässt und wie die Wurzel ihre Verzweigungen zusammenhält. Auf die gleiche Weise ist der zweite Sinn, das Gehör, gleichsam der kleine Flügel der Vernunft zum Verstehen der Worte, die er aufnimmt.
So kommt es, dass der Mensch, während die Ohren den Laut jedes einzelnen Geschöpfes aufnehmen, erkennt, was dieses Geschöpf ist oder wo es sich befindet. Dadurch strengt er seinen Geist mehr an, es zu erforschen. Denn die Kraft der Seele, die durch die Ohren empfindet, hat keine Mühe mit dem Hören und hat nicht aus Überdruss satt daran, sondern sie hat vielmehr das Verlangen, vieles zu erkennen und sich zu merken.
So dehnt auch der sechste Monat, der nicht feucht ist, die Früchte, die er mit seiner milden Wärme hervorgeholt hatte, durch vielfache Zunahme aus und beginnt in ihnen die Reife. Und wie in diesem Monat sich Wassermassen unter dem gefährlichen Grollen des Donners in Furcht ergießen, so ist auch unter dem, was das Gehör über die menschlichen Angelegenheiten gelassen zulässt, vieles, was der Mensch mit Schrecken und Trauer aufnimmt.
Das Gehör ist der Anfang der vernunftbegabten Seele. Denn wir Worte, die geschrieben werden, vorher ausgesprochen werden, so wird alles, was über das Gehör ausgesprochen und zusammengestellt wurde, nach der Absicht des Menschen ausgeführt. Die Seele wird dennoch gezwungen, das alles, Gutes und Schlechtes, Wertvolles und Unnützes, zu ertragen, obwohl sie schon beim Beginn des Hörens wegen ihrer Seufzer und Tränen, weil sie noch keine guten Taten begann, sich nicht voll freuen konnte.
Auch die Schultern, die die Feuchtigkeit der Eingeweide und der anderen Glieder des Menschen wie auch den ganzen Körper unterstützen, haben einige Ähnlichkeit mit dem Gehör, das der Anfang der Seele ist und durch das alle Werke vollendet werden, wie von den Schultern alle Lasten getragen werden. Wie nämlich die Eingeweide miteinander zusammenhängen, so stehen auch die Werke des Menschen miteinander in Verbindung.
An den guten Taten, durch die die Bösen beschuldigt werden, hat der Mensch Freude, und durch die schlechten, an denen man die guten erkennt, wird er traurig. Und so wird er, bereits wenn er noch in der Freude bleibt, bald in Traurigkeit gestürzt. Deshalb sucht er auch Ruhe, wie ja ein Mensch oft die Ruhe ersehnt, die er nicht haben kann. Daher wird auch die Seele, die, solange sie im Leib weilt, keine Ruhe findet, für das Gute in den ewigen Zelten aufgenommen, für das Böse nach dem, was sie verdient, bestraft.
Und der Mensch, bei dem der freis, der selega (Erysipel) heißt, aufzuschießen beginnt, soll rohe Akelei essen der freis wird verschwinden.
Auch der, bei dem Skrofeln zu wachsen beginnen, soll oft rohe Akelei essen, und die Skrofeln werden abnehmen. Denn Skrofeln sind nagender Schleim und werden von den guten Kräften dieses Krauts aufgelöst.
Und wer viel Phlegma auswirft, soll Akelei in Honig beizen und oft essen: Sie vermindert das Phlegma und reinigt ihn, weil die Kälte der Akelei, vermischt mit der Wärme des Honigs, das Phlegma, das von warmen und kalten Säften kommt, vermindert.
Wer aber Fieber hat, soll Akelei zerreiben und ihren Saft durch ein Tuch streichen und diesem Saft Wein beifügen und das oft so trinken, und es wird ihm besser gehen, weil dieses Kraut, mit der Wärme des Weines vermischt, die schädlichen Fiebergluten unterdrückt.
Achtung – ich übernehme keinerlei Haftung für die Rezepturen!
Wissenswertes:
Symbol für Heiligkeit und Dreieinigkeit
Marienpflanze
im Mittelalter auf diversen Gemälden abgebildet
heilige Pflanze in der kabbalistischen Ligatur: AGLA = Atha gibbor leodam adonai = Du Held in Ewigkeit, mein Herr
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Du sollst das Nichts lieben, du sollst das Etwas lieben, du sollst für dich sein und sollst dich an niemanden wenden, du sollst unermüdlich tätig sein und doch von allen Dingen frei, du sollst die Gefangenen losbinden und die Selbstherrlichen bändigen, du sollst die Kranken erquicken und selbst doch nichts besitzen, du sollst das Wasser der Pein trinken und das Feuer der Liebe mit dem Holz der Tugenden entzünden!
So bist du in der wahren Wüste zu Hause!
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Die Tollkirsche hat in sich Kälte und Hitze, aber in der Weise, dass sie in dieser Kälte den Überdruss und die Lähmung der Unvollkommenheit enthält, und auf der Erde und an dem Ort, wo sie wächst, besitzt die teuflische Einflüsterung gewissermaßen Anteil und Gemeinschaft für ihre Kunst. Sie ist auch für den Menschen gefährlich zu essen und zu trinken, weil sie sein Bewusstsein erschüttert, als ob er tot sein.
Aber wenn ein Mensch von großen und reifen, das heißt durchsottenen, Geschwüren an der Haut und in seinem Fleisch durchlöchert ist, soll er etwas Gänseschmalz nehmen und von Hirschfett und Bockstalg, soviel er bekommen kann, und füge dem ein wenig Tollkirschensaft (wie eine Tropfen mit der Feder) hinzu und vermische (das heißt knete) das miteinander und mache so eine Salbe. Mit dieser soll er seine großen Geschwüre vorsichtig und nicht oft einreiben, damit er davon keinen Schaden nimmt.
Und dieser Salbe soll er deswegen nur ein bisschen Tollkirsche zufügen, weil diese, wenn er zuviel zufügt und sich so oft einreibt, sein Fleisch zerfrisst und durchlöchert.
Richtig gemischt aber, wie oben gesagt, heilt sie.
Die Wärmearten der genannten Fette, mit ihren Kräften vermischt, bekämpfen die unrechte Hitze der schlimmen Geschwüre, die von unrechter Kälte kommen, wenn etwas Tollkirschensaft zugefügt ist, weil dessen Kraft dem besagten Fett hilft, die schlimmsten Geschwüre zu vertreiben.
Achtung – die Tollkirsche ist eine Giftpflanze! Ich übernehme keine Haftung für diese Rezepturen.
Vergiftungserscheinungen: Heiß wie ein Vulkan, blind wie ein Maulwurf, trocken wie ein Knochen, rot wie eine Tomate und verrückt wie der Hutmacher bei Alice im Wunderland.
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Der fünfte Monat ist lieblich, mild und herrlich durch die Früchte der Erde, wie auch das Schmecken des Mundes süß und freundlich ist; denn durch den Geschmack wird erkannt und festgestellt, woran der Mensch sich in Freude erquickt.
So ist auch die Vernunft die Säule und das Mark der fünf Sinne, die durch sie erhalten und zum Wirken angeleitet werden, wie die Erde, die vom Pflug umgeworfen ist, im Keimen fruchtbar wird.
Das Sehen aber, die Sinneswahrnehmung der Augen, durch das der Mensch alles sieht und erkennt, hat mit Recht die Vorrangstellung unter den übrigen Sinnen. Denn wie sie in ihrer Stellung höher ist als die übrigen, so erfasst sie auch besser die entfernteren Dinge als die anderen. Auch dadurch ist der Gesichtssinn angenehm und großartig, weil der Mensch in ihm durch Erkennen und Auswählen das Nützliche vom Unnützen unterscheidet.
Der fünfte Monat, der Mai, hat den lieblichsten Duft der Blumen, an denen sich die Herzen der Menschen erfreuen, weil in ihm alle Früchte der Erde hervorsprießen, an denen sich der Mensch freut.
So erkennt auch der Mensch mit der Sehkraft der Augen auf natürliche Weise jede Verwendung der Wesen. Mit der Schärfe seiner Vernunft erkennt er den Unterschied von dem, was er sieht.
Die Fruchtbarkeit dieses Monats aber ist dem Geschmackssinn des Menschen ähnlich, durch den der Mensch erkennt, was zu seiner Erquickung nützlich ist.
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