Vor einige Tagen war ich zu einem Seminar in Nenndorf-Rosenfeld. Direkt neben dem Tagungsort befindet sich diese schöne Kirche.
Ich nutzte die Pause, um reinzuschauen …
Ist das nicht bezaubernd? Mit der brennenden Kerze! So einladend!
Schnitzerei in einer Stuhllehne
Der Spruch gefällt mit gut! Heutzutage sind viele ja hauptsächlich mit Jammern (auf sehr hohem Niveau!) beschäftigt. Fröhlich sein, dankbar sein – das ist doch viel schöner. Beten ohne Unterlass – das ist schon etwas schwieriger. Ich ersetze es mal durch: „Sei achtsam!“ Oder vielleicht „Selbstreflexion“?
Vor einigen Tagen hatte ich einen Termin in Schönberg und kam an der Kirche vorbei. In Schleswig-Holstein sind die Kirchen während der Woche ja meist geschlossen – aber ich dachte mir, einen Versuch ist es wert …
Und siehe da – die Kirchentür stand einladend offen! Also hinein … Ganz alleine mit dem Geruch der alten Holzbänke, mit dem Licht, dem Altar … Platz nehmen auf einer der Bänke … den Blick zentriert – und die Gedanken plötzlich auch! Tief atmen … Ruhe innen und außen … Zeit steht still.
Plötzlich kommen Leute hinein … ich bin zurück in der geschäftigen Welt.
Dankbar für diese Momente voller Achtsamkeit verlasse ich die Kirche; mit neuer Kraft und vielen Gedanken. Hat Pilgern nicht etwas mit diesen besonderen Momenten zu tun? Mit bewussterem Wahrnehmen? Mit „Entschleunigen“?
Neue Antwort auf obige Frage: „Ja, das geht!“
Ich werde es „alltägliches Pilgern“ nennen und mal schauen, wie oft es mir gelingt und was es mit mir macht. Auf jeden Fall hilft mir diese Idee bereits damit klar zu kommen, dass ich meine große Tour noch nicht beginnen konnte. Und das ist ja schon mal was!
Der 17. September 1179 ist der Todestag der Hl. Hildegard – daher möchte ich heute an sie erinnern.
Darstellung in der Kirche der Abtei St. HildegardSchrein in der Wallfahrtskirche St. Hildegard
Besuch am Schrein im Mai 2019
Leider hat es nicht geklappt mit dem „richtigen“ Start auf dem Pilgerweg heute. Aber immerhin konnte ich in der Dämmerung zumindest noch eine kurze Strecke auf der Via Jutlandica laufen. Die innere Unruhe habe ich dort gelassen. Der Weg hat Geduld mit mir.